Am Ende des Lebens...



WICHTIG: Bei Erkrankungen der Tiere bitte SOFORT den Tierarzt aufsuchen!

Dieser Text soll der Information dienen, ist aber keine Behandlungsanleitung.
Ich habe lediglich die Ergebnisse von meinen Recherchen hier zusammengetragen.


Wie man u.a. an den Quellenangaben sehen kann, habe ich im Internet gesucht, die Meinungen und Erfahrungen von Tierhaltern, Züchtern, Tierärzten und Heilpraktikern, meine eigenen Erfahrungen sowie den Inhalt einiger Bücher zu einem (wie ich hoffe) einigermaßen verständlichen Text verarbeitet. Trotz sorgfältiger Nachforschungen kann ich jedoch keine Garantie auf Richtigkeit geben
.



Auch wenn man diesen Gedanken am liebsten in die hinterste Ecke verdrängen möchte, gehört zum Leben auch der Tod. Darum möchte ich hier ein wenig dazu schreiben.





Generell

Was ein Tierbesitzer sich immer vor Augen halten sollte: Ein Tier kennt nicht die Bedeutung von langem Leben, Tod usw. Für ein Tier zählt nur das "jetzt" und "heute". Es macht sich keine Gedanken, ob es viele oder wenige Jahre lebt. Ein Meerschweinchen möchte fressen, schlafen, herumflitzen... und das schmerzlos. Kann es das nicht, weil es krank ist, dann ist noch die Frage, ob es eine Hoffnung auf Besserung gibt (z.B. nach einer OP). Leidet es dauerhaft unter Schmerzen (z.B. sind Tumorschmerzen kaum ausschaltbar)/ kann nicht mehr normale feste Nahrung zu sich nehmen, sollte man sich fragen, ob das Leben aus Sicht des Tieres noch lebenswert ist. Dabei ist es völlig egal, ob es 'noch so jung' ist oder schon alt. Wenn ein Tier nur noch einigermaßen am Leben gehalten wird indem es Päppelnahrung eingeflösst bekommt, starke/hohe Dosen Schmerzmittel bekommt oder sonstwie unter Zwang behandelt werden muss, ist wieder die Frage nach der Lebensqualität zu stellen. Besteht Hoffnung auf Heilung/Besserung ist es sicher sinnvoll eine bestimmte Zeit zu 'überbrücken', aber ein Tier am Leben zu erhalten, nur weil man sich nicht trennen will, ist einfach nur egoistisch vom Halter.



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Alterstod

Am schönsten ist es für einen Futtergeber immer noch, wenn sein Tier bis ins hohe Alter vergnügt lebt und dann irgendwann aus dem Schläfchen heraus direkt ins Regenbogenland wandert. Die Tage/Wochen/Monate vorher bereitet sich der Körper schon aufs Sterben vor. Er fährt quasi 'herunter'. Die Tiere futtern zwar ordentlich, nehmen aber trotzdem ab. Bei einigen Rassen kommt es auch vor, dass sie zuerst kleiner werden (schrumpfen), aber ihr Gewicht vorerst noch halten. Doch irgendwann wird auch das weniger. Man muss natürlich immer noch das Fressverhalten beobachten, damit sicher ist, dass die kleinen Oldies nicht krank sind (Zähne). Bei einigen Meeris kommt es auch vor, dass sie im Alter unter Arthrose leiden. Dagegen gibt es gute homöopathische Mittel, die eine lange Zeit helfen. Manchmal muss man dennoch irgendwann zu den 'chemischen' Schmerzmitteln greifen. Wichtig ist immer, dabei im Auge zu behalten, ob das Leben für das Tier noch genügend Qualität hat.




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"Sterbebegleitung" beim Alterstod

Wenn ein Meerschweinchen einen normalen Alterstod stirbt, sollte man es nicht aus dem Gehege nehmen oder gar von der Gruppe trennen. Es ist für die Tiere ein ganz normaler Vorgang. Man kann oft beobachten, dass es immer eine/n "Altenpfleger/in" gibt bzw. das Partnertier diese Aufgabe übernimmt. Es wird immer ein Meeri neben dem sterbenden liegen und über es wachen. Manchmal wird auch die menschliche Hand nicht geduldet. Man soll das sterbende Tier einfach in Ruhe lassen. Wenn man befürchtet, dass es Schmerzen haben könnte, kann man gern ein Mittel verabreichen (sofern das Tier das noch annimmt). Generell ist es so, dass - wie beim Menschen - die Organe nach und nach versagen. Das Tier hat keinen Hunger, keinen Durst und keine Schmerzen. Es schläft einfach für immer ein.

Auch wenn das Tier gestorben ist, sollte man es nicht gleich entfernen. Das Partnertier bzw. die Gruppe nimmt auf ihre Art und Weise Abschied. Ich konnte schon beobachten, dass das gestorbene Tier von vorne bis hinten durchgeputzt wurde ("Leichenwäsche"). Danach hat sich ein anderes Tier der Gruppe eng an das verstorbene Tier gelegt und "Totenwache" gehalten. Alle anderen Tiere lagen ebenfalls in der Nähe.

Nach ca. 3 Stunden war alles vorbei. Das gestorbene Tier wurde nicht mehr beachtet, die Gruppe ging zum Alltagsverhalten über. Meist war es aber noch bis zu 48 Stunden merklich ruhiger im Raum. Auch Tiere aus den anderen Gehegen (ohne Sichtkontakt) waren stiller als üblich (keine Futterschreie, keine Aufregung beim Futter-verteilen).
Ich habe für mich selber festgestellt, dass die Gruppe stabiler war, wenn sie auf ihre eigene Art Abschied nehmen konnten. Eine neue Rangordnung wurde wesentlich ruhiger hergestellt, als wenn ein Tier 'einfach weg' war.



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"Euthanasie (Einschläfern)"

Ich habe mit vielen Haltern über dieses Thema gesprochen und alle waren sich einig: Es gibt kein "zu früh", aber oft ein "zu spät" bei der Euthanasie. Das wissen besonders die Halter, denen die Tiere unter Qualen auf dem Arm gestorben sind... erstickt an Wasser in der Lunge, quiekend vor Schmerzen beim Tumor usw. Natürlich kommt es meist zum Schlimmsten, wenn kein Tierarzt erreichbar ist oder das Tier von jetzt auf gleich nicht mehr transportiert werden kann.

Damit will ich jetzt niemanden in Angst und Schrecken versetzen. Es ist mir nur wichtig, dass man sich früh genug mit diesem Thema auseinandersetzt. Meine Tierärztin weiß schon bei einer OP, dass sie das Tier nicht wieder aufwachen lassen soll, wenn ersichtlich ist, dass auch eine beendete OP dem Tier keine Rettung bringt, sondern eher sein Leiden verlängert. Manchmal kann man auch mit Ultraschall und Röntgen vorher nicht alles erkennen.

Bei einer Euthanasie bekommt ein Meeri eine überhöhte Dosis Narkosemittel gespritzt. Meist dauert es nur 2-5 Minuten, bis das Meerschweinchen so tief schläft, wie es für eine Operation nötig wäre. Alles was ab dann gemacht wird, bekommt das Tier nicht mehr mit. Ob das Tier schon tief narkotisiert ist, kann man feststellen, indem man auf die Stelle tippt, wo Unter- und Oberlid zusammenstoßen (Augenwinkel innen). Wenn das Lid nicht mehr zuckt, ist das Tier schon so tief in der Narkose, dass das lethale Mittel gespritzt werden kann. Danach dauert es nur noch wenige Minuten, bis es zum Herzstillstand kommt. Der Tierarzt wird das Meeri immer wieder mit dem Stethoskop abhorchen, ob noch ein Herzschlag vorhanden ist. Manchmal ist das Herz eines kranken Tieres dennoch so starkt, dass nochmal nachgespritzt werden muss, aber all das bekommt das narkotisierte Tier nicht mehr mit.

NIEMALS sollte man zustimmen, dass das Tier mit einer Spritze ins Herz oder den Bauchraum eingeschläfert wird, ohne vorher in tiefer Narkose zu liegen!

Ein verantwortungsvoller Tierarzt wird sein Vorgehen mit dem Halter besprechen.
Ansonsten sollte man nachfragen. Nur wenn man alles genau erklärt bekommt, kann man die notwendige Entscheidung treffen.



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"Sterbebegleitung" bei Euthanasie

Wenn ein Meerschweinchen euthanasiert werden soll, ist es für einige Menschen "unerträglich" und sie lassen das Tier alleine zurück. Dieses Verhalten sorgt beim Tier für eine große Beunruhigung, was sicher nicht schön ist, in den letzten Lebensminuten. Ein Tier hat Vertrauen zu seinem Halter. Was auch immer dieser entscheidet... solange er da ist, bedeutet das für das Tier Sicherheit.

Es kommt nun auf das Meeri an, wie das 2Bein sich verhalten sollte.
Ist es ein sehr zutrauliches Tier, kann man es auf dem Arm halten, bis es schließlich gestorben ist.
Ist es ein eher ängstliches Tier und/oder mag keine menschliche Berührung, dann ist es besser, wenn es nach der Narkosespritze in den Caddy gelegt wird.
Wirkt die Narkose ist es für das Tier egal, ob es auf dem Behandlungstisch, im Caddy oder beim Besitzer auf dem Arm liegt - es spürt nichts mehr. Ab da kann jeder Mensch das machen, was ihm lieber ist: den Raum verlassen oder sein Tier noch einmal im Arm halten und streicheln, bis es endgültig gegangen ist.

Wenn ein Tier eingeschläfert wurde, kann man es zu Hause noch einmal ins Gehege legen, damit die Partnertiere sich verabschieden können. Auch in diesem Fall konnte ich feststellen, dass die Gruppe stabiler war, wenn sie auf ihre eigene Art Abschied nehmen konnten. Eine neue Rangordnung wurde wesentlich ruhiger hergestellt, als wenn ein Tier 'einfach weg' war.



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Nach dem Tod

Es gibt viele Arten, um ein Tier zu trauern oder seinen Tod zu zelebrieren.
Manche Halter lassen ihre Tiere auf einem Tierfriedhof bestatten, andere lassen sie einäschern und bewahren die Asche in einer Urne auf.
Manchmal werden Tiere im heimischen Garten beigesetzt und manchmal verbleiben die Tiere auch in der Praxis.

Wie auch immer man sich entscheidet, es ist gut so. Es gibt kein 'richtig' oder 'falsch'. Das sollte man sich immer vor Augen halten und sich nicht darum kümmern, was 'die anderen' sagen.



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Partnertier(e) und Trauer

Ein Meeri ist meist erst einmal verstört, wenn sein Partner auf einmal weg ist und auch nicht zurückkehrt. Es kennt ja nicht den Grund. Ganz wichtig ist, dass dieses Tier möglichst schnell wieder Gesellschaft bekommt. Auch wenn es dem Halter nicht leicht fällt, weil er um sein Meeri trauert, sollte er in so einem Fall an das verbliebene Tier und dessen Bedürfnisse denken. Ein 'verwitwetes' Meeri kann über die Trauer und das Alleinsein auch mit Futterverweigerung reagieren.

Möchte man die Haltung beenden, dann sollte das verbliebene Tier auf keinen Fall alleine bleiben.
Man kann das Meeri in eine Notstation geben, die dann ein neues Heim findet. (Adressen findet man hier: KLICK)
Es gibt aber auch die Möglichkeit, bei Notstationen ein "Leihtier" zu bekommen, welches nach dem Tode des letzten Tieres zurückgegeben werden kann.

Ähnlich sieht es mit der Trauer in einer Gruppe aus. Je nachdem wie eng die Bindungen untereinander waren, kann es durchaus sein, dass die Meeris unter dem Tod ihres Kameraden leiden. Man sollte die Gruppe genau beobachten. Manchmal hilft es, wenn man das Gehege neu gestaltet und alles, was nach dem verstorbenen Tier 'riecht' erst einmal entfernt.



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Kleine Hilfen für trauernde 2Beiner

Manchen Menschen hilft die Vorstellung, dass das Tier 'nur' in ein schöneres Land umgezogen ist - das Regenbogenland.
Man spricht auch davon, dass die Tiere über die Regenbogenbrücke gegangen sind. Ich finde, es ist ein schöner Gedanke und wer mag, kann sich hier ein wenig Trost holen (unterstrichenen Text anklicken):



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© H.& T. Appelhagen 27.07.2010
Letztes Update: 04.07.2016



Quellen:


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